Iserhatsche

Wollen wir mal zusammen nach Iserhatsche?

 

So lautete die Frage eines befreundeten Paares an uns. Iserhatsche? Nie gehört und was ist das überhaupt für ein komischer Name für… Ja, für was eigentlich?

 

Unsere Recherche im Internet ergab einiges, aber kein klar umrissenes Bild von dem, was uns erwarten sollte. Am Sonnabend war es nun so weit, wir fuhren nach Iserhatsche, das übrigens in Bispingen liegt. Und was sollen wir sagen? Alle Erwartungen wurden gestern übertroffen.

 

Was ist nun Iserhatsche? Es handelt sich um ein Jagdschloss im schwedischen Holzbaustil und wurde 1913 bis 1914 für den Königlich Preußischen Kommerzienrat Ernst Nölle erbaut, der von seiner Mutter als Kind "Iserhatsche" genannt wurde, was so viel wir Eisenherzchen bedeutet.

 

Es liegt in einem riesigen Landschaftspark und von 1929 bis 1986 gehörte das gesamte Areal der Familie Reemstma, diente u.a. anderem als Lazarett im Zweiten Weltkrieg und später als Schullandheim.  Heute ermöglichen die jetzigen Eigentümer die Besichtigung eines Teils der Räumlichkeiten, in denen Sie übrigens auch wohnen.

 

Neben einem Eingangsdielen-Treppenhaus warten ein Biedermeier-Jagdzimmer, ein Kamin-Trophäen-Raum mit Möbeln aus der Jahrhundertwende, ein Spiegelsaal, ein Diana-Sanssouci-Zimmer und ein Vierjahreszeiten-Eichensaal auf die Besucher.

 

Aber Iserhatsche hat neben dem Jagdschloss noch wesentlich mehr zu bieten, u.a. einen barocken Eisenpark, in dessen Mittelpunkt der "Ebereschen-Eisen-Glocken-Baum steht. Er ist acht Meter hoch, hat ca. 3000 Blätter und diverse bespielbare Glocken, die der Besitzer vom Diana-Sanssouci-Zimmer aus, mit einer im Tisch verborgenen Klaviatur, in Gang setzen kann.

 

Ferner können die Besucher den Montagnetto erkunden. Es handelt sich um einen

Multifunktionsbau mit zahlreichen, sehr besonderen Räumlichkeiten. Hier kann man zum Beispiel erleben, wohin Sammelleidenschaft führen kann, denn hier ist, neben vielen anderen Sammlungen, die weltgrößte Bierflaschen- und Zündholzschachtelsammlung untergebracht.

 

Aber auch die riesige Arche Noah mit ihrer stolzen Länge von 30 Metern und den Hildegard von Bingen Hexengarten sollte man gesehen haben.

 

Wir waren gute 3,5 Stunden dort, haben uns in Ruhe viele Dinge angeschaut und wissen, dass wir noch lange nicht alles gesehen haben. Diese Vielzahl von Ausstellungsstücken kann man einfach nicht auf einmal erfassen. Viele werden diese Ausstellung mit Sicherheit als Kitsch o.ä. abtun, aber die Schönheit liegt ja bekanntlich immer im Auge des Betrachters.

 

Wir sind der Meinung, die 12 Euro Eintritt pro Person haben sich auf jeden Fall gelohnt, denn neben der ca. 90-minütigen Führung gibt es nebenher viel zu sehen und zu erleben. (Leo)

Fotos gibt es hier.

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„Jedesmal, wenn ein Mensch lacht, fügt er seinem Leben ein paar Tage hinzu.“



Curzio Malaparte, eigentlich Kurt Erich Suckert
War ein italienischer Schriftsteller und Journalist.
* 09.06.1898 in Prato (Toskana), Italien
† 19.07.1957 in Rom (Latium), Italien

Sommertrenner 2013 früh


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